Operation „Blind Citadel“

Im Rahmen des Szenarios schlüpften wir diesmal in die Rolle amerikanischer Soldaten – ein Perspektivwechsel, den Reforger naturgemäß mit sich bringt. Neben der 3. Jägerkompanie waren auch die NTF, das PzGrenBtl24 sowie Kräfte des TTT beteiligt.


Der Einsatz begann mit Verzögerung. Technische Probleme auf dem Server führten zu einem verspäteten Start – eine nüchterne Realität, die auch Reforger nicht ausspart. Die Plattform ist neu, komplex und fehleranfällig. Ähnliche Erfahrungen wurden bereits unter Arma 3 gemacht. Das gehört manchmal zum Spiel, auch wenn es unbequem ist.

Nach Stabilisierung des Servers konzentrierte sich die Kompanieführung auf den zweiten Auftragsteil: die Durchführung von Patrouillen im nördlichen Teil von Everon. Hierzu wurde ein verstärkter Zug gebildet, bestehend aus den Gruppen Fox 1-1 bis Fox 1-4 sowie dem BAT.

Das Wetter zeigte sich durchgehend von seiner unfreundlichen Seite. Starker Regen, eingeschränkte Sicht und aufgeweichter Boden prägten das Gefechtsfeld. Unter sporadischem Mörserfeuer arbeitete sich der Zug durch mehrere kleinere Ortschaften. Das Vorgehen folgte dabei einem klaren, wiederkehrenden Schema:

  • Fox 1-1 und Fox 1-2 richteten jeweils am Anfang und Ende des Konvois Roadblocks ein

  • Fox 1-3 und Fox 1-4 durchkämmten systematisch die angrenzenden Gebäude


Dabei kam es immer wieder zu Feindkontakt. Vereinzelte Gegner wurden aufgescheucht und gebunden, teils zogen sie sich zurück, teils suchten sie den Kampf.

Einige Ortschaften waren zusätzlich durch vorbereitete MG- und Bunkerstellungen gesichert. In diesen Fällen gaben die leichten Fahrzeuge – HUMVEEs und LKW – mit ihren schweren MGs Unterdrückungsfeuer, während die abgesessenen Kräfte infanteristisch vorgingen und den Feind flankierten. Die Grenzen dieser Fahrzeugplattformen wurden dabei deutlich. Der Wunsch nach geschützten Transportfahrzeugen oder SPz-ähnlicher Unterstützung war mehr als nachvollziehbar – ein HUMVEE bietet im Feuerkampf bestenfalls psychologischen Schutz. Eine Backofentür wäre stellenweise kaum schlechter gepanzert gewesen.

Nach Kontakt mit einer feindlichen Bunkerstellung auf freier Fläche musste schließlich auch der Führungshumvee aufgegeben werden. Das Fahrzeug diente fortan als improvisierter Kugelfang, während die Bunkerstellung flankierend genommen und ausgeschaltet wurde.


Währenddessen sammelte der Gegner seine verbliebenen Kräfte und versuchte in einem letzten, verzweifelten Vorstoß über Provins – an der Straße nach Levie gelegen – die FOB Levie anzugreifen. Durch abgehörte Funksprüche konnte dieser Versuch frühzeitig erkannt werden. Die eigenen Kräfte bereiteten dem Feind in Provins eine unangenehme Überraschung, rieben ihn wirkungsvoll auf und brachen damit den letzten organisierten Widerstand.

Die vergangenen Wochen auf Everon haben gezeigt, dass diese kleine Insel im Mittelmeer strategisch wenig zu bieten hat – und schon gar kein Öl. Entsprechend konnten auch die US-Streitkräfte den Einsatzraum schließlich verlassen.


Fazit

Ein fordernder Einsatz unter schwierigen äußeren Bedingungen, geprägt von schlechter Witterung, eingeschränkten Mitteln und einem entschlossenen Gegner. Trotz technischer Startschwierigkeiten zeigte sich erneut, dass sauberes Vorgehen, klare Führung und funktionierende Zusammenarbeit auch unter Reforger verlässlich zum Erfolg führen.

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